VBZV-Newsletter 17/2018

 

I. Mitarbeiter

GTV Redakteurinnen und Redakteure: Tarifverhandlungen erneut unterbrochen

„Wir sind heute bis an die Grenze des für die Verlage Vertretbaren gegangen“, erklärte der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf, zum Ende der 6. Verhandlungsrunde über einen neuen Gehaltstarifvertrag (GTV) für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen. „Wir haben bis in die Morgenstunden mit den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und dju in Ver.di um einen Kompromiss gerungen.“ Die vorgeschlagenen Gehaltssteigerungen hätten über der prognostizierten Inflationsrate gelegen. Obendrein sei der BDZV bereit gewesen, den Manteltarifvertrag bis Ende 2020 geschlossen zu lassen und einen Tarifvertrag über die Altersversorgung für die Onliner in tarifgebundenen Unternehmen abzuschließen. Umso enttäuschter sei er, sagte Wallraf, dass es trotz der großen Bereitschaft, auf die Wünsche der Gewerkschaften einzugehen, zu keinem Abschluss gekommen sei.

Das Angebot der Verleger hatte bei einer Laufzeit von 32 Monaten im Einzelnen vorgesehen: Die Volontäre sollten zum 1.5.2018 eine überproportionale Gehaltssteigerung (um 4,71 Prozent) von 90 Euro und eine Einmalzahlung in Höhe von 70 Euro bekommen, zum 1.1.2020 wäre eine weitere Einmalzahlung über 70 Euro gefolgt. Für Berufseinsteiger sollte das Gehalt ab 1.5.2018 um 120 Euro wachsen (plus 3,69 Prozent in der Tarifgruppe 2b). Hinzu kämen 500 Euro Einmalzahlung und die Gehaltssteigerung am 1.1.2019. Rückwirkend zum 1.5.2018 sollten die Redakteurinnen und Redakteure eine Gehaltssteigerung um 1,7 Prozent erhalten; zusätzlich eine Einmalzahlung um 500 Euro. Zum 1.1.2019 sollte das Gehalt um weitere 2,2 Prozent steigen. 

„Die zentralen Forderungen der Gewerkschaften haben wir damit adressiert. Umso unverständlicher ist es, dass heute auf dieser Basis keine Einigung möglich war“, resümierte der Verhandlungsführer. „Wir appellieren an DJV und dju, die Gespräche zügig fortzusetzen, um Interesse aller einen Tarifabschluss zu erreichen.

Die  Tarifverhandlungen wurden ohne neuen Termin unterbrochen.

Quelle: BDZV, PM 05.06.2018

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II. Medienpolitik

Betreiber von Facebook-Fanseiten sind für Datenschutz mitverantwortlich

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das am 5. Juni 2018 bekannt gegeben wurde, sind die Betreiber von Facebook-Fanseiten entgegen aller Urteile der Vorinstanzen gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher bzw. für eventuelle Verstöße gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen durch Facebook mitverantwortlich.

Das höchstinstanzliche Urteil führt nun zu vielen offenen Fragen bei Betreibern von Facebook-Fanpages – die wichtigste: Sollten Unternehmen die Fanpages nun abschalten? Nach Ansicht der Rechtsexperten beim  Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. sieht der EuGH in seinem Urteil zwar eine gemeinsame Verantwortlichkeit von Facebook und einem Fanpagebetreiber, betont aber auch, dass dies nicht zwangsläufig eine gleichwertige Verantwortlichkeit bedeutet. Was das für die Praxis bedeute, werde sich erst noch zeigen müssen – vor allem, weil der Fall nun zurück an das Bundesverwaltungsgericht geht. Dies werde für den Grad der jeweiligen Verantwortlichkeit im Detail die vom Fanpagebetreiber vorgenommenen Einstellungen betrachten müssen. Fanpages können in dem sozialen Netzwerk von Unternehmen und Verbrauchern eingerichtet werden. Die Betreiber können anonymisierte statistische Daten über die Nutzer der Seiten erhalten und diese mithilfe sogenannter Cookies sammeln

Damit Betreiber einer Fanseite überhaupt sanktioniert werden können, bedarf es entweder einer Ermittlung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde oder einer Wettbewerbsklage durch Dritte. Der EuGH habe nicht entschieden, ob Fanpages nun deswegen abgeschaltet werden müssen. Unklar bleibe bis zur Klärung der Detailfragen durch das Bundesverwaltungsgericht hingegen die Frage der Reichweite der Entscheidung, heißt es in einer Mitteilung des BVDW.

Quelle: BVDW, PM 07.06.2018; SZ, FAZ, meedia, 06.06.2018

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III. Verlagswesen

BDZV-Präsident Döpfner kritisiert übertriebene politische Korrektheit - Mitschuld am Populismus

Eine "hysterische Übertreibung" der politischen Korrektheit hat nach Überzeugung von BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner, zugleich Vorstandsvorsitzender Axel Springer SE, zur Schwächung der Demokratien der Mitte und zum Aufstieg der Populisten beigetragen. Es herrschten bei Politik und Medien inzwischen verbreitet Denk- und Sprechverbote, kritisierte Döpfner auf einer Medien-Tagung am 7. Juni 2018 in Wien. Politiker sagten immer öfter nicht mehr das, was sie dächten. Medien beschrieben immer weniger das, was sei, sondern lieber das, was sein sollte. Die Entwicklung habe die Bürger von der Politik entfremdet. "Immer mehr Menschen haben das Gefühl, die reden nicht mehr für mich, die reden nicht mehr, was sie wirklich meinen, die reden nicht mehr, was ist, sondern die leben irgendwo auf einem anderen Planeten."

Zur Weiterentwicklung der Medien in der zunehmend von Google und Facebook dominierten digitalen Welt forderte Döpfner gemäß einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts. "Wir brauchen als Kreativwirtschaft den Schutz des geistigen Eigentums", sagte der BDZV-Präsident. Mit dem Leistungsschutzrecht wollen Medienunternehmen Ansprüche gegenüber Internet-Giganten wie Google, die Inhalte der Medien nutzen, besser durchsetzen können.

Quelle: BDZV, PM 07.06.2018

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IV. Vermarktung

 

Google profitiert von Werbung in der Tageszeitung

Eine Anzeigenkampagne in regionalen Tageszeitungen hat die Bekanntheit von Googles Zukunftswerkstatt deutlich gesteigert. Das Zeitungsumfeld wirkt sich zudem positiv auf Image und Wahrnehmung von Google aus. Das belegt einer Werbewirkungsstudie der Score Media Group.

Der nationale Vermarkter regionaler Tageszeitungen hatte für die Google Zukunftswerkstatt im Herbst 2017 eine Anzeigenkampagne in sechs deutschen Großstädten umgesetzt. Ziel war es, die Bekanntheit des Fortbildungsangebots zu steigern und Menschen zur Teilnahme an den Kursen und Veranstaltungen zu aktivieren. 

U. a.  belegen die Studienergebnisse einen positiven Imagetransfer. Google wird nach der Zeitungskampagne von den Lesern als deutlich vertrauenswürdiger (+37 Prozent) und verantwortungsvoller (+54 Prozent) sowie als weniger bedrohlich (-22 Prozent) und arrogant (-28 Prozent) wahrgenommen.

 „Die regionale Tageszeitung hat sich für Google als effektiver Hebel erwiesen, um die Bekanntheit der Zukunftswerkstatt zu steigern und die Zielgruppe zur Teilnahme an unserem Fortbildungsangebot zu aktivieren. Die vertrauensvolle und positive Wahrnehmung des Werbeumfelds hat sich ausgezahlt“, kommentiert Frida Elisson, Head of Marketing for Digital Skills in DACH von Google Germany, die Ergebnisse.

Durchgeführt wurde die Werbewirkungsstudie von Trend Research Hamburg im Auftrag der Score Media Group. Im August und September 2017 waren dafür per Online-Umfrage 2.050 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren befragt worden.

Quelle: die-zeitungen.de, 06.06.2018; Score Media, PM 05.06.2018

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„Gruppe Unabhängiger Verlage“ stellt sich als nationaler Akteur auf

Die Gruppe Unabhängiger Verlage, kurz „Die Unabhängigen“, besteht aus 22 Verlagen. Sie haben sich am 19. September 2017 bei einem Treffen in Stuttgart zusammengeschlossen und darauf verständigt, gemeinsame Angebote für den nationalen Markt zu platzieren.

Eine erste Maßnahme war die Einrichtung eines gemeinsamen Marktforschungs-Supports, der die Verkaufsbüros und die Key-Accounter der Verlage für das nationale Geschäft mit kundenspezifischen Ausarbeitungen unterstützt. Dieser Service wird von der Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen (ZMG) mbH, Frankfurt, betreut. Die Gruppe besteht aus derzeit 22 Vertragspartnern mit 142 Zeitungstiteln und über 1,8 Mio. Exemplaren verkaufter Auflage. Die Zeitungstitel der Verlage erscheinen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.

Der Sprecher dieser Gruppe ist Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer des Medienhauses Schwäbisch Media in Ravensburg. 

Die Gruppe versteht ihre Leistungen als Erweiterung zu den anderen Angeboten nationaler Vermarkter. Zentrale Ansprechpartner für nationale Werbekunden und Agenturen sind die Verlagsbüros der angeschlossenen Verlage. 

Die ZMG hat seit Januar 2018 eine ganze Zahl von Ausarbeitungen für ausgewählte Werbekunden sowie diverse Branchenausarbeitungen erstellt. Die Ausarbeitungen wurden bereits in einer Reihe von Kundengesprächen erfolgreich eingesetzt. Sie helfen den Werbungtreibenden die Leistungskraft der Angebote der beteiligten regionalen Abonnementzeitungen kompetent zu bewerten.

Die lokale Verankerung der regionalen Tageszeitungen erzielt gerade auch außerhalb der Ballungszentren eine nach wie vor sehr hohe Haushaltsabdeckung, die in vielen Regionen zusätzlich durch sogenannte Resthaushaltsblätter (für die Nichtabonnenten) ergänzt wird und damit nahezu alle Haushalte erreicht. Durch die Weiterentwicklung der regionalen Zeitungsverlage zu crossmedialen Medienhäusern werden im Verbund von Tageszeitungen, Resthaushaltsblättern, Anzeigenblättern und digitalen Kanälen rund 90 Prozent aller Haushalte in dem jeweiligen Verbreitungsgebiet angesprochen. Das ist einzigartig in der Medienwelt und dokumentiert die Position der Zeitungshäuser als „Local Heroes“.

Quelle: GUV, PM 29.05.2018

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V. Sonstiges

„sprungbrett bayern“: Schülerpraktika für Gymnasiasten/-innen in Bayern gesucht

Frühzeitig Kontakt zu motiviertem Nachwuchs aufbauen oder einfach Jugendlichen die Möglichkeit geben, die eigene Branche kennenzulernen - die Gründe, warum Unternehmen sowie soziale oder kulturelle Organisationen in Bayern Schnupperpraktika für Schülerinnen und Schüler anbieten sind von Fall zu Fall verschieden.

Die Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler in Bayern unterstützt junge Menschen beim Übergang vom Schul- ins Berufsleben: Mit der größten bayernweiten Praktikumsbörse erhalten Jugendliche Impulse für die Berufsorientierung. 

Das Portal www.sprungbrett-bayern.de fungiert sowohl als offizielle Plattform für die Vernetzung von Projektpartnerschaften zwischen Gymnasium und Arbeitswelt (P- und W-Seminar), als auch für den dynamischen Recherchepool "Stark für den Beruf" der Mittelschulen.

In den kommenden Wochen und in den darauffolgenden Sommerferien werden quer durch den Freistaat wieder vermehrt Praktikumsplätze gesucht. Auch von Gymnasiasten, für die es oft noch deutlich weniger Angebote für Schnupperpraktika gibt, als z.B. für Mittel- und Realschulen. Das Einstellen der Praktikumsplätze erfolgt unkompliziert und ohne Aufwand.

Projektträger ist das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V., Förderer ist das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie.

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